Der Uchiha-Clan · Zenkai Lore
Clan aus Konoha · 3 Minuten Lesezeit · auch als Hörbuch
- *Lange vor der Ära der verborgenen Dörfer und der Shinobi-Ordnung, die wir kennen, herrschte ein Clan über den Kontinent.**
Seine Vorherrschaft war nicht die Frucht, sondern das Erbe seines Blutes. Einen ungebrochenen Stolz und eine rohe Kraft prägten sie beispiellos, mit Ausnahme eines Anfechters.
Die Uchiha erbten ein feuriges Gemüt, eine gesteigerte Empfindsamkeit zu allen Emotionen und dem Dōjutsu, der Augenkunst des Sharingan. Dieses Auge ist weit mehr als ein Werkzeug:
Es ist Segen und Fluch zugleich und vermag die Wahrheit hinter dem Schein und den Bewegungen zu erkennen.
Anfangs nomadisch, schroff und unabhängig, banden sich die Uchiha nur selten an Andere. Ihre kämpferische Macht stand außer Frage und ihr Stolz war legendär. Während andere Dōjutsu die Chakra-Ströme erkannten und beobachteten, entzifferte das Sharingan die Absicht hinter Bewegungen und schuf für den Anwender ein Zeitfenster, um schneller als Menschenmöglich zu reagieren. Dies war der Kern ihrer Philosophie: Ein Clan, geeint durch beschützende und leidenschaftliche Bande, doch beständig am Rand des seelischen Zerreißens durch die starken Gefühle, die sie ertragen mussten.
Als der Kontinent in die Kriege versank, setzten sich die Uchiha als gefürchtete Macht durch.
Ihre Beherrschung des Feuers, ihre Fähigkeit vorauszusehen und ihre offensiven Taktiken machten sie zu begehrten Söldnern und zu furchterregenden Gegnern.
Dieser Aufstieg brachte sie unweigerlich in Konflikt mit einem anderen Clan außergewöhnlicher Fähigkeiten: Den Senju.
Ihre Rivalität wurde zur Bühne einer ganzen Ära und eine Folge blutiger Zusammenstöße vernarbte das Land für immer. Ein Uchiha-Kind wuchs mit Hass auf die Senju auf, was so selbstverständlich war wie das Atmen. Doch obwohl die Blutlinie der Uchiha mit der Gabe des Sharingans gesegnet war, konnte nicht jeder dieses erwecken.
Das undenkbare Bündnis zwischen den Senju und Uchiha ließ die Welt erbeben.
Es beendete den blutigsten Konflikt der Geschichte. Madara nahm Hashiramas Friedensangebot an - jedoch nicht ohne den Widerstand eines Teils der Uchiha.
Diese wurden zu Säulen von Konohagakure, ihre Beherrschung des Feuers zu einem Sinnbild des Dorfes und ihre militärische Stärke zu dessen Rückgrat. Jedoch folgte auf die Zeit des kurzen Friedens eine noch längere des Misstrauens.
Dieser Frieden hatte für manche den bitteren Geschmack einer Niederlage, denn ein Teil des Clans erkannte die Autorität der Senju nicht an und sah Madara als jemanden, der sich gebeugt hatte.
Das Uchiha-Oberhaupt, von diesem Misstrauen verletzt, fand sich Stück für Stück einsamer wieder.
Als Hashirama zum Ersten Hokage gewählt wurde, spürte Madara, wie ihm die Zukunft seines Clans entglitt.
Er verließ das Dorf, stellte sich seinem Freund im Tal des Endes und begann damit ein Kapitel der Dunkelheit, an das sein Name erinnern sollte. Sein Fortgang sorgte am Ende für noch mehr Zwiespalt innerhalb der Uchiha - zwischen jenen, die zu ihm hielten und denen, die ihn öffentlich ablehnten.
Nach Hashiramas Tod erlangte Tobirama Senju den Titel des Hokage und seine Vorsicht gegenüber den Uchiha war allgegenwärtig. Es war kein bloßer Hass, sondern das nüchterne Verständnis dessen, was das Sharingan antreibt:
Schmerz, Angst, Verlust und seelische Wucht. Für ihn musste eine Macht, die aus dem Leiden geboren wird, streng beobachtet und noch strenger zurückgehalten werden. Denn gerade wegen Madara, vertraute er der Führung der Uchiha nicht.
Er schuf Einrichtungen für Ordnung und übertrug den Uchiha die Leitung der Polizei von Konoha.
Nach außen hin war es eine Ehre, doch inoffiziell ein Mittel, sie an Ort und Stelle zu halten und sie von den großen Entscheidungen des Dorfes fernzuhalten.
Das Uchiha-Viertel wurde an den Rand des Dorfes, knapp außerhalb verlegt, um ein noch besseres Auge auf sie zu haben.
Es war ein Erbe der Ausgrenzung. Doch trotz alledem blieb der Clan eine Macht, die jeder kannte. Seine Jonin gehörten zu den gefürchtetsten, und dessen Genin zu den begabtesten.
Intern lernten die Uchiha weiterhin Stärke zu beweisen und ihrer Rolle innerhalb des Dorfes gerecht zu werden. Die Beziehung zu den anderen Clans hielt sich weitaus neutraler und teils sogar positiver als zu den Senju.
Aber nach dem Tod des Zweiten Hokage fand sich der Clan in einer heiklen Lage wieder.
Ungewissheit lag in der Luft, die Clans berieten sich untereinander. Und die Uchiha mussten weiterhin mit dem Schatten Madaras in ihrer Geschichte leben.
Die Uchiha, stolz und unbeugsam, wussten, wie lange sie unter Tobiramas Wegen leiden mussten. Die Gleichberechtigung, die sie sich so sehr wünschten, hatte mit der gemeinsamen Wahl aller Clans für einen neuen Hokage jedoch einen Hoffnungsschimmer gesät. Wäre es möglich den Zwist mit den Senju zu begraben und gemeinsam als Stützen des Dorfes zu agieren? Dies blieb offen.
Und ob das Oberhaupt der Uchiha das Erbe Madaras oder den damaligen Wunsch nach Frieden und Gleichberechtigung als Weg nimmt, bleibt abzuwarten…